Great Lakes 2005 – Der 13. Tag

Tahquamenon Falls

Ganz war ich aber noch nicht fertig mit dem Südufer des Lake Superior und den landschaftlichen Herausforderungen der Upper Peninsula. Sault Ste Marie stellte ja den 'Wendepunkt' meiner Reise dar; von hier aus würde ich am nächsten Tag in Richtung Süden fahren und damit den Rückweg nach Chicago antreten.

Deshalb wollte ich an diesem Tag nochmal am See in der reichlich vorhandenen Sonne sitzen und am Strand spazierengehen. So bin ich also wieder nach Westen gefahren und habe den ersten Halt am Iroquois Point Lighthouse gemacht. Sowohl das Museum als auch der Turm selbst sind sehr besuchenswert.

On the beach

Auf dem Foto oben sieht man am Horizont die kanadische Seite des Sees.

Iroquois Point Lighthouse in seiner ganzen Pracht:

Iroquois Lighthouse

So nah an den großen Schleusen von Sault Ste Marie konnte ich auch ab und an einen der riesigen Frachter beobachten, die auf den Großen Seen verkehren.

Freightship

Eine sehr eigentümliche und modern anmutende Architektur weist das Whitefish Bay Point Lighthouse auf. Auch hier musste ich zuerst einen ausführlichen Strandspaziergang absolvieren. Und dann musste ich mich von der 'Strapaze' erholen, wofür mir eine strategisch günstig gelegene Holzbank gerade recht kam.

Whitefish Point Lighthouse

Whitefish Point Lighthouse

Das viele Faulenzen hat mir dann auch alle Moral versaut und ich hatte keine Lust mehr auf das berühmte 'Shipwreck Museum'. Vielleicht hatte ich auch deshalb keine Lust darauf, weil ich nicht zu scharf bin auf Katastrophenberichte, die à la Hollywood aufgemotzt wurden. Der Lake Superior zählt nämlich zu den gefährlichsten Gewässern auf der Erde und die Passage um Whitefish Bay Point scheint ganz besonders viele Menschenleben auf dem Gewissen zu haben. Die Novemberstürme sind gefürchtet und einem solchen Sturm ist 1975, als gerade mal vor 30 Jahren, die Edmund Fitzgerald zum Opfer gefallen, ein sog. Superfrachter, der seine gesamte Besatzung mit in die Tiefe gerissen hat. In fast jedem Reiseführer liest man über die Edmund Fitzgerald und das grausige Schicksal ihrer Besatzung. Auch in jedem Museums- und Leuchtturmladen werden zahlreiche Bücher über dieses und die vielen anderen Wracks angeboten, die auf dem Grund der Seen liegen.

Ein weiteres Naturschauspiel, das ich mir nicht entgehen lassen wollte, waren die Tahquamenon Falls. Die Wasserfälle teilen sich auf in die Upper und die Lower Falls und sie gehören zu den größten Wasserfällen östlich des Mississippi (Die Niagarafälle sind aber noch ein gutes Stück größer ;-).

Tahquamenon Falls

An den Upper Falls fällt das Wasser fast 20 m in die Tiefe und sie sind über 60 m breit. Pro Sekunde rauschen ca. 50.000 Gallonen - das sind fast 200.000 Liter - Wasser über die Felskante.

Tahquamenon Lower Falls

Was ich zu meinem großen Bedauern bleiben lassen 'musste', war eine Wanderung von den Lower Falls zu den Upper Falls. Es gibt zwar einen Wanderweg von ca. 4 Meilen, also knappen 6,5 Kilometern, aber er ist nicht wirklich befestigt und solche Eskapaden waren mir alleine und ohne Handy-Empfang dann doch zu waghalsig.

Tahquamenon Upper Falls

So bin ich halt mit dem Auto zu den Upper Falls gefahren. Sie sind wirklich beeindruckend und die feinen kühlen Wassertröpfchen, die direkt neben den Fällen durch die Luft wirbeln, waren eine willkommene Abkühlung.

Auf den Fotos könnt Ihr sehen, dass das Wasser ziemlich braun ist und dass sich nach den Fällen einiges an Schaum bildet. Das liegt nicht an der Umweltverschmutzung, sondern an dem hohen Anteil an Gerbsäure im Wasser.

Tannin in the Water

Nachdem ich so viele Strände, Leuchttürme und Wasserfälle anschauen 'musste', hatte ich im Eifer des Gefechtes das Mittagessen vergessen (ist mir öfters passiert). Also hieß es, auf dem schnellsten Weg zurück nach Sault Ste Marie zu fahren.

Lock

Direkt neben den Schleusen bin ich dann auch fündig geworden und konnte nebenbei auch noch den einen oder anderen Frachter fast in Griffweite an mir vorbeiziehen sehen. Dafür aber am nächsten Tag mehr, an diesem Tag wollte ich nur noch ins Bett.


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