Große Seen 2005 - Der 12. Tag

Dunes

An diesem Tag ging die Fahrt weiter in Richtung Osten.

Vorher wollte ich allerdings noch in Munising - dessen Name sich übrigens von dem indianischen 'Mewnising' ableitet, was so viel heißt wie Ort der Insel - die Munising Range Lights ansehen.

Gesehen habe ich allerdings nur das Front Range.

Munising Light

Außerdem hatte ich in einer Informationsbroschüre Vielversprechendes über die Munising Falls gelesen. Im Endeffekt ist das zwar ein eher kleines Fällchen, wenn man von der Wassermenge ausgeht, dafür fällt das Wasser von einer ganz beträchtlichen Höhe herunter. Der Besuch lohnt in jedem Fall, da auch der Spaziergang durch den Wald aufgrund des befestigten Steigs sehr angenehm zu bewandern und die Landschaft sehr reizvoll ist.

Der Weg zu den Munising Falls....

Walk to Munising Falls

... der Wasserfall...

Munising Falls

... und der Bach in der Morgensonne.

The stream

Danach fing nun das an, was auch im Nachhinein sicher das größte Abenteuer der ganzen Reise war. Anfangs war alles ja noch recht harmlos, als ich auf der Country Road H58 durch den Pictured Rocks National Lakeshore State Park gefahren bin. Am Anfang war diese Straße nämlich auch noch einwandfrei geteert. Dann war es aber Schluss mit lustig und ich durfte erfahren, was die Amerikaner mit 'unassisted dirt and gravel road' meinen. Auf dem Foto unten seht Ihr so eine 'dirt and gravel road', wobei die H58 zugegebenermaßen etwas breiter ist.

Dirt and Gravel Road

Wo ist denn nun das Abenteuer, werdet Ihr Euch fragen. Ganz einfach: Mit meinem Greenhorn-Stadtauto (haben Chevrolets überhaupt Frontantrieb?!) wäre ich ganz bitter hängen geblieben, wenn es auch nur ein paar Tropfen geregnet hätte. Und Handy-Empfang hatte ich da oben sowieso nicht. Vielleicht hätte mich ein hilfsbereiter Ami mit seinem in diesen Gefilden durchaus sinnvollen Monster-Trucks aus dem Schlamassel gezogen. So konnten sie sich glücklicherweise mit verständnislosem Kopfschütteln begnügen, was denn die dumme Städterin mit ihrem kleinen blauen Rutscherl im Wilden (?) Westen verloren hat.

Ich bin also mit ungefähr 10 Meilen pro Stunde dahingekrochen und habe in regelmäßigen Abständen Stoßgebete gen Himmel geschickt, dass doch auch bitte kein Reifen platzen möge. Und plötzlich denke ich mir noch 'Mann, der Typ da vorne hat ja verdammt große abstehende Ohren!'.... und stehe vor einem Reh! Auch dieses Viech hat mich leicht verständnislos betrachtet und sich dann ins Unterholz vertrollt. Wahrscheinlich hat es seine Kameraden gewarnt, der Straße möglichst fernzubleiben, wofür ich ihm auch nach wie vor höchst dankbar bin! :-)

Auf alle Fälle war ich ziemlich glücklich, als ich endlich den Hurricane River Campground erreicht hatte. Dort war der Startpunkt für einen kleinen Fußmarsch zu dem entlegensten Leuchtturm, den ich bisher besichtigt habe: Au Sable Lighthouse.

Au Sable Lighthouse

Der Ausblick von dem Areal des Leuchtturms war wie erwartet grandios. Auch meine nächste Station konnte man von hier aus bereits ausmachen: die Sable Dunes Falls und die Grand Sable Dunes.

View from Lighthouse

Sowohl den Wasserfall als auch die Dünen kann man erkunden, indem man einem teilweise befestigten Wanderweg folgt.

Grand Sable

Die Dünen sind Wanderdünen, was man ganz gut an den abgestorbenen Bäumen erkennen kann, die irgendwann mal überdeckt wurden und dann auch wieder zum Vorschein kommen.

Grand Sable Dunes

Nach so viel Aufregung und Bewegung an der frischen Luft hatte ich einen Bärenhunger und wäre mit allem zufrieden gewesen, was die nächste Ortschaft Grand Marais zu bieten gehabt hätte. Glücklicherweise war das ziemlich viel, ich bin nämlich durch Zufall auf ein total putziges Diner gestoßen, das von außen aussieht, als hätte man einen Omnibus an ein Haus drangebaut. Die ganze Ausstattung ist ziemlich retro, wobei der Look mit Sicherheit echt ist. Das Essen war hervorragend und ich bin zum ersten Mal in meinem Leben in den Genuss einer selbst gemachten Limonade gekommen. Bei den Temperaturen ein Gottesgeschenk!

Grand Marais Diner

Die Frau, die mich bedient hat, war auch wahnsinnig nett und auf meine neugierigen Fragen hat sie bereitwillig Auskunft gegeben. Obwohl nicht viele Leute in der Gegend wohnen, sieht man doch einige Häuser und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wovon die Leute denn leben. Die Dame von dem Diner hat dann auch bestätigt, dass es nicht viele Jobs gibt. Der Tourismus wird immer wichtiger und viele der Leute, die da oben leben, sind Rentner. Viele Häuser sind auch nur Sommerresidenzen, was verständlich ist, weil die Winter sehr rauh werden können.

Grand Marais Bay

Das letzte Stück bis zu meiner nächsten Station Sault Ste Marie habe ich ganz langweilig auf dem Highway absolviert. Schließlich soll man sein Schicksal nicht zu sehr herausfordern!


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