Große Seen 2005 - Der sechste Tag

Schmetterling

Das Motto des heutigen Tages lautete:  Leuchtturmsuche! Leider hatte ich mit diesem Motto nur sehr eingeschränkt Erfolg, was aber ausschließlich daran lag, dass ich mich ein wenig dumm angestellt hatte.  Und letztendlich war das auch egal, weil Door County und ganz besonders die Door Peninsula so unglaublich schön sind und sicherlich zu den schönsten Ecken an den Ufern des Lake Michigan gehören. 

Door Peninsula kann man auf der Landkarte leicht erkennen.  Sie sieht aus wie ein Finger, der in den See hinein zeigt.  Warum das Ding Peninsula, also Halbinsel, heißt, ist mir nicht ganz klar.  Meinen Erlebnissen nach ist sie nur über eine Brücke mit dem Festland verbunden, was nach meinem Dafürhalten aus dieser "Halbinsel" eine echte Insel macht.

Door County

Meine erste Erkundungstour begann in Sturgeon Bay, wo auch mein Motel lag, und führte mich am westlichen Ufer entlang zu einem Punkt namens Gill's Rock.  Auf dem Rückweg blieb ich so weit wie möglich auf der Ostseite, was zeitweise eine ziemlich unheimliche Angelegenheit war, weil riesige und ziemlich dichte Nebelschwaden aus dem See heraufwaberten. 

Aber so weit sind wir noch gar nicht in der Erzählung der Ereignisse dieses Tages.  Zunächst musste ich mal meine verpflichtende "Strandzeit" und "Auf-den-See-hinausschauen-Zeit" auf die diversen Orte verteilen, die sich für diesen Zweck eignen. 

Fish Creek

Einer dieser Orte ist Fish Creek, ein winziges Dorf ca. eine halbe Stunde vor Gill's Rock.  Die meisten der Dörfer haben städtische Strände, die für alle zugänglich sind...

Public Marina

... sogar für Schmetterlinge...

Butterfly

... was auch ziemlich gut ist, weil die meisten anderen Strände zu privaten Marinas oder Hotels gehören.

Quilter's Quest

Ziemlich überraschend habe ich dann fast an der Spitze der Door Peninsula ein Quiltgeschäft gefunden:  Quilter's Quest. Die Webseite des Ladens ist www.doorcountyquilts.com. Es scheint so, als wäre der Laden seit meiner Reise 2005 umgezogen, aber wir werden das nächstes Jahr überprüfen, wenn wir Door County erneut im Rahmen unserer Quilt-Zeit-Reise 2012 bereisen, und werden Sie natürlich informieren... ;-)

Natürlich musste ich den Laden gründlich erkunden und stand friedlich vor einer Wand mit Quiltzubehör, als mich plötzlich eine männliche Stimme von der Seite ansprach mit "You are everywhere".  Natürlich habe ich zunächst nicht reagiert.  Ich kannte ja niemanden in der Gegend, nicht wahr, und war deshalb überhaupt nicht drauf gefasst, von jemandem in einem Quiltladen in Wisconsin angesprochen zu werden. Vor allem nicht von einem Mann (!).  Wie sich dann herausstellte, gehörte der sehr nette Herr zu einer Gruppe von zwei Ehepaaren, die an der gleichen Führung in Taliesin East vor zwei Tagen teilgenommen hatten.  Dieses Zusammentreffen erzeugte ein ziemliches Hallo in dem Laden und alle waren SEHR beeindruckt, dass ich, eine Frau und eine Ausländerin, so unglaublich mutig war und dieses große Abenteuer, den Lake Michigan ganz alleine zu umrunden, auf mich genommen hatte.  Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass das runter ging wie Öl und dass ich mich gefühlt habe wie Marco Polos Wiedergeburt.

Door County

Auf dem Bild könnt Ihr den Nebel an der Spitze der Door Peninsula sehen.  Von Gill's Rock aus kann man eine Fähre hinüber zu Washington Island und von da aus zu Rock Island nehmen.  Aber an dem Tag war ich schon zu spät dran und überhaupt mag ich Fähren nicht übermäßig. Normalerweise betrete ich Fähren nur dann, wenn es wirklich keine andere Möglichkeit gibt. 

In Jacksonport an der Ostseite habe ich einen Quiltladen gefunden, in dem fertige Quilts verkauft werden.  Die Eigentümerin erzählte mir, dass die meisten dieser Quilts von Amish-Frauen genäht worden seien, obwohl nur sehr wenige typische Amish-Muster hatten.  Für mich waren natürlich die Preise der Quilts sehr interessant.  800 Dollar sind schon viel Geld, aber teuer war das nicht für die schön genähten und in der Regel sehr großen Quilts. 

Inzwischen hatte ich den Nebel gehörig satt und machte mich über kleine Landstraßen wieder auf den Weg hinüber zum westlichen Ufer.  Das hat sich als gute Idee entpuppt, weil sich der Nebel schnell zurückzog, die Sonne wieder hervorkam und mir den Tag (und meine Laune!) im wahrsten Sinne des Wortes wieder erhellte.

Man on boat

Plötzlich musste ich heftig auf die Bremse treten, um nicht auf einen Traktor aufzufahren, der ein ziemlich großes Motorboot zog.  Wenn Sie genau hinsehen, sehen Sie auf dem Foto einen Mann, der auf dem Boot steht.  Mein erster Gedanke war voller Mitleid:  Das war sicherlich eine arme Landratte, die Angst hatte, ein Boot auf dem See zu betreten (eine Angst, die ich sehr gut nachvollziehen kann, da ich selbst auch keine Boote mag, die sich in die Kurve legen können).  Ziemlich schnell wurde aber klar, dass der Kerl eine sehr wichtige Aufgabe hatte:  Er musste die vielen Kabel hochheben, die über der Straße hingen, damit der Traktor mit dem Boot durchpasste!


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