Sunprinting

Sunprinting

Dieser Artikel, der in seiner ersten Version im Juni 2011 hier publiziert wurde, wurde im Oktober 2012 ergänzt. Alle neuen Passagen sind kursiv formatiert. 

Es gibt so viele Möglichkeiten, Stoff zu färben, ihn zu bemalen oder zu bedrucken, dass es einem schwindlig werden kann, sie alle aufzuzählen.  Und wenn man Quilt- oder andere Handarbeitszeitschriften durchblättert, bekommt man den Eindruck, dass jeden Tag etwas Neues dazu kommt. 

Sunprinting ist sicherlich keine neue Technik, aber für uns ist dies eine der coolsten Arten, Farbe auf bescheidenen weißen Baumwollstoff zu bringen.  Vielleicht weil man es in der Sonne tut und weil die Ergebnisse nie aufhören, einen zu faszinieren.

Das Prinzip hinter Sunprinting ist ein Prozess namens Osmose.  Dieser Prozess findet ständig in unseren Körpern statt und ohne ihn würden viele Körperfunktionen sofort zum Stillstand kommen.  Zu viel Information? Keine Sorge, wir werden das Thema nicht im Detail breit treten, da dies hier nicht der Biologie-Leistungskurs ist.  ;-) Das einzig Wichtige, was sich lohnt zu wissen, ist dass die Farbpigmente wie die Kationen und Anionen in unserem Körper von Bereichen mit hoher Konzentration zu Bereichen mit niedrigerer Konzentration wandern.  Wenn man Stoff mit verdünnter Farbe bemalt und dann teilweise mit Blättern, Blüten, Muscheln, Wäscheklammern, Plastik-Spitzen-Tischdecken etc. abdeckt, trocknen die nicht abgedeckten Stellen schneller und werden damit zu Bereichen mit einer niedrigeren Pigmentkonzentration.   Das "motiviert" die Farbpigmente an den abgedeckten Stellen, sich zu den Bereichen mit niedrigerer Konzentration zu bewegen.  So wird die Farbe an den nicht abgedeckten Stellen intensiver, während die abgedeckten Stellen heller bleiben. 

Im Frühjahr 2012, lange nach der ersten Veröffentlichung dieses Textes, besuchte Jutta einen Vortrag über Fotographien von einer Dame, die Spezialistin für die Aufbewahrung und Konservierung von Fotos ist und die selbst auch leidenschaftlich gerne fotografiert. Zufällig trafen sich die beiden in einem zug wieder und eine lebhafte Diskussion über fotografische Prozesse entstand. Machen Sie sich gefasst auf Juttas ersten Versuch, mit Hilfe einer Lochkamera auf lichtempfindlichen Stoff Farbmanipulationen zu erzeugen... ;-) Die Foto-Spezialistin und Jutta waren sich schnell einig, dass Sunprinting eine fotografische Technik ist, da sie Licht zusammen mit Positiv-Negativ-Effekten verwendet, um Muster und Bilder auf Stoffen zu erzeugen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, nehmen Sie ein paar Dosen Farbe und die weitere notwendige Ausrüstung das nächste Mal mit an den Strand.  Vergessen Sie nicht, einen Sonnenhut und jede Menge Sonnencreme mit zu bringen und bräunen Sie sich, während Sie mit Stoff und Farbe spielen, anstatt nur im Sand herum zu liegen.  Bereiten Sie sich allerdings seelisch darauf vor, dass man Ihnen neugierige Fragen stellen wird und Ihre Arbeit genau inspizieren wird... ;-)

Unsere letzte Sunprinting-Aktion fand statt in einem kleinen griechischen Dorf auf dem Pilion, einer Halbinsel, die direkt gegenüber von Skiathos und Skopelos (wo "Mama Mia" gedreht wurde) in die Ägäis ragt. JAn einem Strand können Sie auch viele für das Sunprinting nützliche Sachen finden - und dabei ist Sand sicherlich nicht das Unwichtigste!

Cats

Hier wollten nicht nur die Katzen wissen, was wir da gerade machten... ;-)

Sunprinting ist auch eine großartige Aktivität für und mit Kindern.  Es ist einfach, man kann ungiftige Farben verwenden und die kleinen Leute werden die "Zauberei" lieben, wenn sich die Farbpigmente auf den Weg machen.

Der Süden von Deutschland erlebt durchaus auch schöne Sommer mit viel Sonnenschein, aber wir haben sicherlich nicht die gleiche Sonnengarantie wie die südlicheren Teile unserer Halbkugel. Dieser Umstand half uns aber dabei festzustellen, dass es nicht wirklich notwendig ist, dass die Sonne mit aller Macht auf unsere Stoffe herunterbrennt. Sogar ein bedeckter Himmer erzeugt wundervolle Ergebnisse - man muss halt nur ein wenig länger darauf warten.

Schwiergkeitsgrad

Leicht

Benötigtes Material

  • Zum Färben vorbereiteter Stoff (vorgewaschen)
  • Stofffarbe und das notwendige Material, um die Farbe auf dem Stoff zu fixieren Bitte lesen Sie die Angaben des des Herstellers!

Anmerkung:

Viele verschiedene Marken sind fürs Sunprinting geeignet.  Pébéo hat sogar eine Farbe im Sortiment, die schon für diesen Zweck vorverdünnt wurde.  Wir verwenden Farbe, die wir ursprünglich für das Schablonieren auf Stoff gekauft haben. Diese Farbe ist ungiftig und wird durch Bügeln fixiert.  Wählen Sie eine Farbe, die für Ihre Zwecke geeignet ist.

Anderes Werkzeug und Zubehör

  • Ein billiger Duschvorhang und/oder ein Plastiktischtuch, um Ihre Arbeitsfläche zu schützen

Anmerkung:

Viele Sunprinting-Aktionen ergaben, dass sich Duschvorhänge besser fürs Sunprinting eignen als Plastikabdeckungen. Plastik "hält" das Wasser in den Stoffen, während die Duschvorhänge den Trocknungsvorgang besser zu unterstützen scheinen. Wenn Sie die Oberfläche unter dem Duschvorhang nicht verschmutzen möchten, empfehlen wir Ihnen, dass Sie zunächst überprüfen, dass er wirklich kein Wasser und vor allem keine Farbe nach unten durch lässt.

  • Optional: Ein Campingtisch, wenn Sie auf einem Feld oder am Strand arbeiten

Anmerkung:

Alle flachen Oberflächen erzeugen klarere Resultate als z. B. eine Wiese. Tische haben den zusätzlichen Vorteil, dass Sie nach Ihrer Sunprinting-Aktion nicht unter einem verspannten Rücken und schmerzenden Knien zu leiden haben.

  • Alte Kleidung oder eine Plastikschürze, um "gute" Kleidung zu schützen
  • Pinsel, Schwammpinsel, Schwämme etc., um die Farbe aufzutragen
  • Mehrere kleine Plastikcontainer (Joghurtbecher, Behälter von Fertiggerichten etc.)
  • Ein großer Plastikbehälter (eine Schüssel oder eine kleine Wanne)
  • Eine große Flasche Wasser (insbesondere wenn Ihr Arbeitsplatz keinen direkten Zugang zu einer Wasserleitung hat)
  • Gegenstände fürs Sunprinting: 

Sie können eine Menge Objekte des täglichen Gebrauchs fürs Sunprinting verwenden.  Ihre wichtigste Eigenschaft ist, dass sie den Stoff da gut abschatten, wo sie aufliegen.  Das geht am besten mit flachen Oberflächen.  Wenn Sie mit Blüten oder Blättern arbeiten, könnte es sinnvoll sein, sie über Nacht zu pressen.  Schablonen funktionieren auch überraschend gut, selbst wenn Sie aus durchsichtigem Plastik geschnitten sind.  Buchstaben und Zahlen zum Aufkleben sind ebenfalls eine exzellente Wahl.  Unser aktueller Favorit sind falsche Plastik-Spitzen-Tischdecken - sie ergeben fantastische Muster!

  • Wenn Sie draußen arbeiten: SONNENHUT, SONNENBRILLE UND GEEIGNETEN SONNENSCHUTZ NICHT VERGESSEN!
  • Optional (abhängig von der verwendeten Farbe): Gummihandschuhe
  • Optional (wenn es windig ist): größere und kleinere Steine, um den Stoff und die Sunprinting-Gegenstände zu beschweren
  • Optional (insbesondere wenn Sie mit Kindern arbeiten): eine Alternativbeschäftigung für die Trocknungsphase

Es ist sehr verlockend, alle 30 Sekunden nachzuschauen, ob sich schon ein Muster ergibt.  Abhängig von den Objekten, die Sie zum Sunprinting verwenden, kann dies die Qualität Ihres Druckergebnisses verschlechtern.  Wenn Sie oder Ihre Kinder zur Ungeduld neigen, nehmen  Sie Bücher, Brettspiele oder ein Ballspiel mit, um neugierige Finger von Ihrem Druck-Arrangement fern zu halten... ;-)

Material

Vorbereitung

  • Decken Sie Ihren Arbeitsplatz mit dem Duschvorhang und/oder dem Plastiktischtuch ab. Siehe Anmerkung oben zu den Vorteilen von Duschvorhängen.
  • Wenn Sie mit den Plastik-Spitzentischdecken arbeiten, werden die Ergebnisse klarer, wenn die Oberfläche Ihres Arbeitstisches flach ist, d. h. der Duschvorhang sollte keine Blasen oder Falten werfen.  Blasen oder Falten in den Schutzabdeckungen erzeugen verschwommene Druckergebnisse.  Das ist nicht notwendigerweise schlecht, weil sehr interessante Strukturen entstehen können.  Wir schlagen vor, dass Sie es bei Ihren ersten Versuchen mit der Genauigkeit beim Sunprinting nicht übertreiben, da Sie das am Anfang zu stark vom tatsächlichen Spaß an der Sache abhält.  Wenn Sie später feststellen, dass Sie gerne kristallklare Spitzen-Abdrucke hätten, können Sie die Latte in der Vorbereitungsphase immer noch höher hängen...
  • Sunprinting macht Spaß und es ist nicht notwendig, dass man viel Zeit in die Vorbereitung steckt (v. a. verglichen mit anderen Farbveränderungstechniken). Trotzdem empfehlen wir Ihnen, dass Sie mindestens 2 Yards/2 Meter Sunprinting-Stoff bei einer Aktion erzeugen (in acht Stücke geschnitten). Auch das Arbeiten in Farbserien ist eine gute Idee, da dies das Auswaschen von Pinseln und Schwämmen unnötig macht und eine wundervolle Basis schafft für ein potenzielles Quilt-Projekt.

Technik

  • Schneiden Sie den Stoff in Stücke. Wir empfehlen Ihnen, keine Stoffstücke zu verwenden, die größer sind als Fat Quarters.  Sie erzielen eine größere Vielfalt mit kleineren Stücken und es ist einfacher, Ihren Arbeitsplatz zu organisieren. 
  • Legen Sie das erste Stück in den mit Wasser gefüllten Behälter.

Make Fabric Wet

Submerge Fabric

  • Drücken Sie überflüssiges Wasser aus.  Der Stoff sollte nass sein, aber nicht tropfen.

Squeeze

Wet, not dripping

  • Legen Sie das nasse Stück Stoff auf Ihren Arbeitsplatz. Streichen Sie Falten und Blasen aus.  Zum besseren Verständnis der Abbildung:  Unser Stoff ist weiß und im nassen Zustand fast durchsichtig.  Unser Arbeitsplatz auf dem Foto ist mit einem weiß-blau karierten Plastiktischtuch abgedeckt.

Fabric on Worktable

  • Drücken Sie etwas Farbe in einen der kleineren Plastikbehälter.

Blob of Paint

  • Geben Sie Wasser dazu.

Add water.

  • Sie können die Farbe und das Wasser entweder gut vermischen oder Sie lassen das Ganze zum Teil unvermischt.  Es gibt praktisch keine Regeln beim Sunprinting.  Sie müssen sich nur darüber im Klaren sein, dass die Resultate unterschiedlich sein werden.
  • Mit Hilfe eines großen Pinsels oder eines Schwammpinsels tragen Sie die verdünnte Stofffarbe auf.

Apply paint

Paint applied

  • Es ist wichtig, dass die Farbe genug Kontrast mit dem ungefärbten Stoff aufweist! Die goldgelbe Farbmischung, die wir in dem Bild oben verwendet haben, hat auf weißem Stoff gut funktioniert, aber ein vorheriger Versuch mit einem hellen Zitronengelb auf dem gleichen weißen Stoff musste wegen des zu geringen Kontrastes wieder überfärbt werden.  Generell kann man sagen, dass die Resultate umso klarer werden, je stärker der Kontrast ist. 
  • Legen Sie die Sunprinting-Objekte Ihrer Wahl auf den bemalten Stoff.  In diesem Beispiel haben wir ein Stück Plastikspitze verwendet, die wir auf einem lokalen griechischen Markt gekauft haben:

Overlay

  • Versuchen Sie der Versuchung so weit wie möglich zu widerstehen, ständig den Fortschritt des Sunprinting-Prozesses zu überprüfen.  Je weniger die Sunprinting-Objekte bewegt werden, bevor der Stoff komplett trocken ist, desto besser werden die Ergebnisse.

Curious

  • Wenn der Stoff trocken ist, entfernen Sie die Sunprinting-Objekte.

Uncovering

  • Und hier sehen Sie eine Nahaufnahme des Ergebnisses:

Close up

  • Im Beispiel unten können Sie viele verschiedene Sunprinting-Objekte sehen, die auf einem Stück Stoff liegen:

Sunprinting Sampler

  • Die Plastikblumen haben wir aus billigen Plastik-Fliegenklatschen herausgeschnitten. Außerdem sehen Sie Sand, ein Feigenblatt und einen Rest von einem falschen Häkelvorhang.   Wir haben eine Aufklebezahl in dem sandigen Bereich in der unteren Reihe zusammen mit einer kleinen Segelboot-Schablone verwendet. 
  • Das Ergebnis:

Sunprinting Sampler unveiled

  • Wir wünschen Ihnen FRÖHLICHES SUNPRINTING! ;-)

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